Aktuelles.


Engagement unseres Vereins - 13.08.2018

Nachdem unsere Ponyreiten-Überraschung zum Kindertag für die jüngeren Bewohner des Heims für Geflüchtete im Bornimer Lerchensteig so gut aufgenommen wurde, organisierte Tina zusammen mit der Ansprechpartnerin der AWO, Aneta Zeis, einen Besuch einer Gruppe von Kindern auf unserem Hof. Am 13. August kamen fünf Jungen und drei Mädchen des Heims, begleitet von Frau Zeis, nach Leest, um zu reiten und auch, um echte Stallarbeit kennenzulernen und sich das Reiten so „zu verdienen“. Lena, Agnes und Tina meldeten sich als Betreuerinnen, vielen Dank euch dreien für euren Einsatz. Die Kinder und Jugendlichen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, so konnte gleichzeitig geritten und gearbeitet werden, dabei wollten die Jungen und Mädchen jeweils unter sich bleiben.

Agnes betreute die Kinder bei den Pferden: es wurde zuerst ausführlich geputzt, darauf folgte auf dem Reitplatz erstmal ein Führtraining, um unsere beiden braven Schulpferde Merlyn und Stoffel näher kennenzulernen. Denn für einige Kinder kostete bereits

das bloße Gehen neben den Pferden einige Überwindung. Dann aber trauten sich doch alle auf den Rücken der Pferde, sie wurden im Schritt und Trab über Stangen und durch einen Slalom geführt, dabei hörten wir viele Freudenrufe und Begeisterung der am Rand des Reitplatzes wartenden Kinder und sahen glückliche Gesichter auf dem Rücken der Pferde.

Vor dem Stall lernte die jeweils andere Gruppe bei Lena, wieviel Arbeit solch große Tiere wie Pferde überhaupt machen: es musste ein großer Paddock von altem Heu und Mist befreit werden. Das hieß Harken und Mistboys schwingen und anschließend fleißig Schubkarren zum Mistcontainer fahren. Tina half jeweils nach Bedarf und motivierte die Jungs erst beim Arbeiten, um sie danach bei den Pferden zu begleiten und anzuleiten. Frau Zeis sorgte dafür, dass alle Kinder bei den hohen Temperaturen genug Wasser

bekamen und machte ein paar schöne Erinnerungsfotos.

Lenas großer Hund Ares sorgte zu Beginn für einige verschreckte Kinder, das änderte sich jedoch schnell, als sie bemerkten, dass er ihnen nichts tut und im Gegenteil sehr gerne Stöckchen holt. Ares war der klare Liebling des Tages, der ständig überall zu sein schien. Manch einer ließ sich auch zeitweise von seiner Arbeit ablenken, einfach um den quirligen Vierbeiner zu beobachten. Da an diesem Tag der Spaß und die Begegnung mit den Tieren im Vordergrund standen, war das auch gestattet. Dennoch schafften die Kinder mit Lenas und Tinas Hilfe, den großen Paddock vor dem Stall komplett zu säubern, was uns sehr freut, da der Paddock das erste ist, was man sieht vom Parkplatz aus.

Während der Aktion berichtete Frau Zeis, dass sich die anwesenden Kinder riesig gefreut hatten, auf unseren Hof zu kommen und die Pferde kennenzulernen, dass sie aber gleichzeitig noch viele traurige Kinder zurücklassen musste, da der Platz im Auto und auch beim Reiten begrenzt ist. Deshalb schlug Tina vor, das Ganze zu wiederholen, was sie freudig annahm. Das nächste Mal wird wahrscheinlich in den Herbstferien stattfinden, wir freuen uns, den Kindern und Jugendlichen eine schöne Zeit auf unserem Hof bereiten zu können und ihnen die Gelegenheit zu bieten, Zeit mit und auf unseren Pferden zu verbringen.

Autorin: Tina Hillmann

 


Lehrgang mit Karola am 08.07.2018 - Bewegungstraining

Am Sonntag, dem 8. Juli 2018, gab Karola einen kleinen Lehrgang auf unserem Hof: vier Reiterinnen nahmen Unterricht bei ihr und probierten sich an den Franklinbällen- und rollen aus. Nicht jeder kennt die Bälle, da sie noch recht neu sind im Reitsport, deshalb folgt zuerst eine kurze Erklärung.

Ursprünglich wurde die Franklin-Methode entwickelt, um Verspannungen zu lösen, Muskeln und Faszien zu lockern sowie die eigene Körperwahrnehmung und -haltung zu schulen und zu verbessern. Es werden verschiedene Bälle und Rollen benutzt, die mit Luft oder Wasser gefüllt sind, eine glatte oder genoppte Oberfläche haben und weicher oder härter sind. Angewendet werden sie, indem man sich beispielsweise ein Exemplar unter den Oberschenkel legt, während man in sitzender Position kreisende Bewegungen mit dem Bein ausführt – so werden die hintere Muskulatur des Oberschenkels und die Faszien gelockert und entspannen sich. Das kann anfänglich ungewohnt und unangenehm sein, fühlt sich jedoch nach kurzer Zeit sehr gut an und man merkt einen deutlichen Unterschied zum anderen Bein. Nachdem sich die Franklin-Methode (entwickelt vom Schweizer Sportwissenschaftler und Bewegungspädagogen Eric Franklin) im Sport-und Gesundheitswesen etabliert hatte, wurde sie von Eckart Meyners auf den Reitsport übertragen, der die Bälle benutzte, um seinen Reitschülern neue Impulse zu geben.

Angewendet werden sie wie folgt: man legt die Bälle zwischen Oberschenkel und Sattel, zwischen Oberarm und Oberkörper oder die Rolle unter das Gesäß (nur einige Beispiele) und macht so die Bewegungsabläufe des Pferdes für den Reiter überdeutlich. Bewegungsgefühl und Balance werden neu geschult, sodass der Reiter sich ganz neu orientiert und unerwünschte Bewegungsabläufe durchbrechen kann. Am Anfang reitet man im Schritt, später auch im Trab und Galopp, dabei kann man im leichten Sitz reiten oder auch verschiedene Bewegungsübungen machen. Das erfordert gute Balance, die sich durch die verschiedenen Übungen entwickelt. Nicht nur der Reiter, sondern auch die Pferde profitieren von der neu gewonnenen entspannten Reitweise. Die Pferde gelangen zunehmend in eine Losgelassenheit und das Reiten wird durch einen mitschwingenden Rücken des Pferdes für alle Beteiligten nicht nur angenehmer, sondern auch harmonischer. Was nicht nur der Reiter spüren kann – auch für Unbeteiligte ist dieser Prozess sichtbar.

Nun aber zu unseren vier Teilnehmerinnen des Lehrgangs: als Erste war Nele mit unserem Schecken Merlyn dran, für sie waren die Franklinbälle Neuland. Sie probierte sich mit den kleinen grünen Bällen an den Armen und auch einer Rolle im Sattel aus und merkte gleich, wie entspannt der Lewitzer unter ihr wurde. Denn wie bereits beschrieben stört es die Pferde meist nicht, dass der Reiter durch die Franklin-Methode aus der Balance gebracht wird und erstmal oben „rumhoppelt“, im Gegenteil laufen sie fast alle sogleich entspannter und lockerer. Schon allein deswegen sollten wir die Bälle öfter benutzen, denn der Effekt nach der Verwendung kann immer wieder neue Impulse geben.

Annika wartete mit der kleinen Schimmelstute Palestina schon auf Karola, sie hatte bereits einige Stunden mit den Bällen, aber bei einer anderen Trainerin. Da jeder anders ist, konnte auch sie viel Neues von Karola lernen und neuen Input bekommen. Wir freuen uns, dass auch unsere Übungsleiter sich weiterbilden – toll, Annika!

Danach war Tina Camilla dran. Sie organisierte den Lehrgang und konnte bereits positive Erfahrung mit dem Bewegungstraining und den Bällen sammeln. Es war das erste Mal Reitunterricht seit Camillas Sehnenverletzung im November letzten Jahres und die Schimmeldame war sehr entspannt und machte so toll mit, da gab es nichts zu meckern. Tina konnte sich also voll und ganz auf ihren Sitz und ihre Bewegungen konzentrieren und große Runden im Trab mit verschiedenen Bällen und Rollen drehen.

Die letzte im Bunde war Julia, sie ritt Fantasie, sehr zu Sterzels Leidwesen, der an diesem Tag übertrieben anhänglich war und seine Gefährtin oft über den Zaun zu sich rief. Das störte die gute Fanta aber kein bisschen, ganz konzentriert war sie bei der Sache, sodass auch Julia ganz in Ruhe ihre ersten Erfahrungen mit den Bällen machen konnte. Sie berichtete Karola fortlaufend, wie sich die einzelnen Bälle anfühlten und was anders war – meistens wurde sie lockerer und bekam ein besseres Gefühl für ihren Körper. Die große Rolle unter dem Gesäß lässt den Reiter zum Beispiel erstmal ein ganz ungewohntes Sitzgefühl empfinden, wenn sie aber wieder entfernt wurde, fühlt es sich an, als würde man im Sattel, sogar im Rücken des Pferdes sitzen - ein ganz neues Gefühl, das die Bewegungen des Pferdes intensiver wahrnehmen lässt und so hilft, den eigenen Sitz zu verbessern.

Wir danken Karola für ihre Zeit und den tollen Lehrgang bei bestem Wetter, denn es war glücklicherweise nicht zu heiß - alle Reiterinnen konnten einiges für ihr Training mitnehmen. Demnächst planen wir einen Kurs mit Karola komplett ohne Pferde: unter dem Motto Bewegungstraining wird sie mit allen Interessierten am eigenen Körpergefühl arbeiten und eine Reihe Übungen aufzeigen, die jeder auch zuhause regelmäßig durchführen kann, um noch beweglicher und mobiler zu werden und so sein reiterliches Können weiterzuentwickeln. Es wird rechtzeitig einen Aushang im Stall geben und per E-Mail informiert.

Autorin: Tina Hillmann

 

 


Biodiversität auf unserem Hof

Dass wir außer unseren Pferden und Ponys auch anderen Tieren ein Zuhause bieten, freut uns immer wieder! Mit Pferden ist gut leben, sagen sich viele Vogelarten, Amphibien (Frösche und Eidechsen unternahmen schon bis ins Stallgebäude Ausflüge, Tina hat leicht entsetzt bereits eine Ringelnatter wieder ins Freie befördern müssen) und selbst Wiesel wurden gesichtet. Jetzt ist es gelungen, einen Walker (Polyphylla fullo) vor die Kamera zu bekommen, eine seltene und besonders geschützte Käferart. Unsere Äppelhaufen sind zwar etwas unordentlich, bieten den Engerlingen aber Möglichkeiten, gut zu gedeihen. Gesehen wurde er schon häufiger, er fällt auf durch seine Größe und das Rasseln, das er bei Beunruhigung von sich gibt. Der interessante Käfer hatte sich in Merlyns Fliegendecke verfangen, diente als Fotomodell und wurde dann behutsam wieder in den Sand gesetzt.

 Autor: Babett Neelsen


Freiwilliges ökologisches Jahr 2015/2016

Unser Pferdehof wurde von dem Träger „ijgd“ als Einsatzstelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr anerkannt!

Wer sich für die Ausrichtung seines weiteren Lebensweges etwas Zeit lassen möchte, wer für ein Jahr eine sinnvolle, lebendige Tätigkeit sucht, dem können wir auf unserem kleinen, überschaubaren Hof abwechslungsreiche Tätigkeiten anbieten. Da wir als Verein unser Gelände selbst verwalten und gestalten, können Einblicke, vom Schwingen der Mistgabel bis zur Steuerprüfung, gewonnen werden.

 

Unsere Pferde und Ponys sind allesamt sehr umgänglich, über Vorkenntnisse würden wir uns sehr freuen, da dann die Bandbreite aller Tätigkeiten wahrgenommen werden kann. Das können folgende Tätigkeiten sein:

  • Unterstützung bei den Stallarbeiten
  • Unterstützung beim Reitunterricht, ggf. Unterricht erteilen, ggf. Ausritte führen
  • Pflege/Bewegung der Pferde
  • Fortbildung der Pferde
  • Unterstützung bei Veranstaltungen (Tag der offenen Tür, Jugendfreizeiten etc.)
  • Begleitung bei Reitertagen
  • Einblicke bei der Führung einer Reitanlage gewinnen (z. B. Auswahl und Einkauf von Futtermitteln, Auswahl und Abschluss notwendiger Versicherungen, Kostenanalysen, Entscheidungsfindungen)
  • Pflege des Geländes, unter Berücksichtigung dessen, dass es in einem Landschaftsschutzgebiet liegt.

Neben den Erfahrungen im Umgang mit Pferden darf bei einem Freiwilligen Ökologischen Jahr der ökologische Aspekt nicht zu kurz kommen. Dementsprechend sind wir bemüht, ein ökologisches Projekt mit den FÖJlern durchzuführen.

 

Da sich das Gelände des Reitvereins in natürliche Strukturen eingliedert, können zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vorgefunden werden. Nicht selten sind Zauneidechsen im Gras zu entdecken und in der Abenddämmerung Fledermäuse am Himmel zu beobachten. Das Stallgebäude beherbergt Jahr für Jahr mindestens ein Rauchschwalbenpäarchen. Weitere Vogelarten, wie die Bachstelze oder Kohlmeisen, suchen sich die unmöglichsten Nistplätze. So etwa empfand ein Bachstelzen-Paar eine Sprunghürde auf dem Reitplatz als einen schönen Ort zur Jungenaufzucht. Eine Kohlmeisen-Familie wurde in einer der Anbindestangen gegründet. Um diesen und vielen weiteren Arten einen natürlichen Rückzugsort zu bieten, wird das ökologische Projekt darauf hingehend angepasst. Der/ die FÖJler/in wird in dem Projekt mit dem Bau und der Platzierung von Nisthilfen für Fledermäuse, Höhlenbrütern, Schwalben, Insekten und einen Igelunterschlupf heran geführt. Dazu gehören der Bau der Häuschen und das Aussuchen geeigneter Plätze auf dem Gelände. Als weiteren Bestandteil sollen Wildblumenwiesen für Wildbienen und Hummeln angelegt und gepflegt werden. Um die Zauneidechse zu schützen, sollen Steinhaufen in sonnenexponierten Plätzen geschaffen werden. Im Zuge dieses Projektes wird der/ die FÖJler/in in den Artenschutz eingeführt und lernt die Bedeutung dieser Arten im Ökosystem kennen.

 

Es wäre schön, wenn Du 18 Jahre alt wärest! Ein Führerschein kann von Vorteil sein, ist aber nicht Pflicht, da unser Hof sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Leider können wir keine Unterkunft anbieten, unterstützen aber gerne bei der Suche nach einer bezahlbaren Wohnmöglichkeit.

 

Eine Besichtigung des Reiterhofes vor der eigentlichen Bewerbung wäre empfehlenswert!

Bitte einfach anrufen und einen Termin vereinbaren!